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Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.

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spontane "Dienstreise" nach Yamoussoukro

Voellig ueberraschend ging es fuer mich gestern (zum ersten Mal) nach Yamoussoukro, der Hauptstadt der Côte d'Ivoire. Eigentlicher Grund fuer die Reise 250km ins Innland war die Suche der Familie eines unserer Kinder: Der Junge ist Vollwaise und um die Schule oder eine Ausbildung zu beginnen braucht er eine Geburtsurkunde.
In seinem Geburtsort, einem kleinen Dorf in der Wildnis, haben wir auch tatsaechlich seinen Onkel gefunden der dieses Dokument noch hatte. Als wir drei vor seiner Tuer standen konnte er seinen Neffen zu erst nicht erkennen - die Freude war im Anschluss um so groesser. Jetzt muss abgewogen werden, ob der Junge bei ihm im Urwald unterkommt und somit wieder eine Familie hat oder ob er in Abidjan bleibt und einen Beruf erlernt...

das Haus des Onkels in einem abgelegenen Dorf
Nach dem erfolgreichen Treffen haben wir die verbleibende Strecke nach Yamoussoukro in Kauf genommen und dort die Schwester meines Kollegen an der Eliteuniversitaet der Elfenbeinkueste besucht.

Prunkbau der Universitaet
Hoehepunkt war aber die bombastische Basilika "Notre Dame de la Paix", die groesste Kirche der Welt. Ich war hin- und hergerissen zwischen der beeindruckenden Wirkung dieses Baus und der Tatsache, dass in diesem armen Land Milliarden in diesen Koloss geflossen sind.

Seit 1991 steht die groesste Kirche der Welt in der Côte d'Ivoire
Die Basilika ist aber nur die Spitze des in Yamoussoukro verwirklichten Groessenwahns des ersten Praesidenten Félix Houphouët-Boigny: Yamoussoukro war urspruenglich ein verschlafenes Nest aber eben der Heimatort dieses 1993 verstorbenen Praesidenten (den hier immernoch alle verehren) und er errichtete in seiner neuen kuenstlichen Hauptstadt ueberdimensionierte Boulevards, fuer sich einen Palast mit einem unendlichen Park, extravagante Regierungs- und Universitaetsgebaeude und eben seine Basilika. 
 
Der riesige Vorplatz fasst 200 000 Menschen, doch auch der runde Innenraum ist gewaltig
Die Basilika ist aber auf jeden Fall ein wirkliches Erlebnis - vor allem weil man sich daneben einfach nur winzig, winzig klein vorkommt.
  

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