Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.
Es regnet – und das in stroemen seit ca 2 Wochen! Und trotz der grossen Regenzeit, in der hier alles im Wasser zu versinken scheint, habe ich mutigerweise, mit einem Regenschirm ausgeruestet, am Sonntag einen Ausflug in das schoene Staedtchen Bingerville gewagt. Bingerville ist nur wenige Kilometer von Abidjan entfernt aber man muss sich von hier aus einmal durch die ganze Stadt schlagen und dann in einem grossen Bogen ueber einige Huegel die Lagune umfahren (die Busfahrt kostet allerdings nur 1 €). Mit einem satten Regenguss wurde ich auch empfangen und ich habe mich in eine heruntergekomme Kneipe gefluechtet. Weil das Wasser kniehoch vor der Tuer vorbeifloss war ich auch ersteinmal fuer eine Stunde gefangen.

...Regenzeit an der Elfenbeinkueste...

der ehemalige Gouverneurspalast ist heute ein Waisenkinderheim
Nach dem Mittagessen war es nurnoch ein Nieselregen und ich habe mir Bingerville angesehen, die zweite koloniale Hauptstadt der Elfenbeinkueste, von der allerdings nurnoch ein grosses Dorf uebrig ist. Genossen habe ich den Spaziergang im botanischen Garten (ein wilder Wald mittlerweile); so eine Ruhe bin ich ja aus meinem Alltag in Koumassi gar nicht mehr gewoehnt. Vor dem naechsten Wolkenbruch habe ich schnell den naechsten Bus fuer die Rueckfahrt genommen.

wunderbarer (wenn auch gewittriger) Blick von Bingerville ueber die Lagune Ebrié
Ja, und am Dienstag stand schon die naechste Grossaktion an: der 16. Juni ist der “Tag der Kinder Afrikas” (oder wie auch immer man “Journée de l’enfant africain” uebersetzen mag), an dem an die Kinderrechte erinnert werden soll, was in Afrika ja noch ein schwieriges Thema ist. Wir haben mit den Kindern grosse Collagen gemalt, beklebt und beschriftet zu ihren Rechten, die sie offiziell haben sollten…
Collagen zu den 54 Kinderrechten
Nachmittags gab es einen Film zu sehen ueber Kinderarbeit in Afrika in dem es u.a. Szenen ueber unser Projekt hier und das Strassenkinderheim in Porto-Novo (Benin), das ich im April besucht habe, gab. Mit den Kindern hatte ich Sketche eingeuebt und zwei Lieder geschrieben, zu denen sie “Ballet”gemacht haben.
Da eines der Kinderrechte sagt, dass sie Recht auf Kleidung haben, wurden hinterher T-Shirts aus Spenden der Leute unseres Stadtteils verteilt.

erst wurde getanzt und Theater gespielt...

...und hinterher gabs eifrig Applaus
Dass die Kinder ihre Rechte kennen ist sicherlich hilfreich fuer sie, viel wichtiger ist aber, dass Erwachsene diese auch einhalten: Kinderarbeit vor unserer Haustuer, indesmisshandlungen die ich auf der Strasse mitbekomme und schockierende Berichte ueber Kindersoldaten im benachbarten Liberia und Tschad sind aber die besten Beispiele dafuer, dass noch einige 16. Junis noetig sind.

alle praesentieren stolz ihr neues T-Shirt