Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.
Am Sonntag habe ich mir, um den gemuetlichen Nachmittag im Schatten abzurunden, einen kleinen Traum erfuellt: Auf der anderen Seite der Lagune liegt der Stadtteil Riviera, der mit seinen Palmhainen sehr gruen ist. Nach 2 Monaten Grossstadt hatte ich schon seit einiger Zeit die Idee mal dort hin zu fahren, um ueberhaupt mal zu sehen, wie die Natur hier aussieht. Um nach Riviera zu kommen muss man aber erst eine Ewigkeit bis zur naechsten Bruecke zuruecklegen und auf der gegenueberliegenden Seite der Lagune die ganze Strecke wieder zurueck. Auf einer meiner mittaeglichen Fahrradrunden hatte ich aber letzte Woche eine Faehre entdeckt. Also habe ich gestern eine huebsche Faehrfahrt unternommen, die so typisch afrikanisch war, dass ich die geschichte hier erzaehlen will: In einem versteckte Winkel hinter einigen blech-Wohnbaracken konnte ich die Faehrstation finden.

Das Boot, in das man ueber ein wackliges Treppchen einstieg, erweckte nicht den Anschein, dass eine problemlose Ueberfahrt moeglich sein koennte, doch alle stiegen sehr mutig ein. Die etwa 30 Passagiere sassen dicht gedraengt in dem Holzkahn und jemand mit Seekrankheit haette wahrscheinlich direct nach Ablegen des Bootes erste Symptome feststellen koennen bei sich. Der Steuermann manoevrierte uns mit einer langen Stange aus dem sumpfigen Uferbereich und wollte dann den Aussenbordmotor starten. Allerdings war ihm anscheinend die zum Anwerfen des Zweitakters gerissen und seine Behelfsloesung funktionierte allem Anschein nach nicht so wie er wollte. Wir trieben also immer weiter auf die Lagune raus. Ich war begeistert, weil dadurch konnte ich mehr von der Gegend sehen. Mein Nachbar bot mirauchnoch Bananenchips an, so dass es wirklich eine nette Bootsfahrt wurde. Als der Motor dann angesprungen war, ging es mit Vollgas die 800 m ans andere Ufer. Statt anzulegen, rammte der Steuermann den Kahn einfach in den Schlick der Boeschung und die Leute wurden wieder ueber eine wackelige Treppe auf das Festland geleitet. Also, wirklich ein Erlebnis wert! Nach einem Spaziergang am Ufer machte ich mich im Sonnenuntergang wieder auf die Rueckfahrt.

Der Blick am Ufer entlang bis zum Le Plateau, die Innenstadt von Abidjan.
Gestern hat die neue Woche begonnen und ich habe an unserer Hofmauer den Kopf von DON BOSCO zu Ende gemalt: