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Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.

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Benin - wirklich eine Reise wert!

So, nach einer aufregenden Woche bin ich wieder hier in Abidjan.
Letzten Montag ging es per Flieger nach Cotonou, der Wirtschaftshauptstadt des Nachbar-Nachbarlandes Benin, ohne richtig zu wissen was mich wohl alles erwarten wird. Mit ueberfuellten Sammeltaxis machte ich mich auf die Weiterfahrt nach Porto Novo, der 35km entfernten Hauptstadt des kleinen Landes. Am spaeten Nachmittag kam ich dort im Centre Magone an, einem Strassenkinderzentrum (auch von den Salesianern Don Boscos). Die beiden dortigen deutschen Volontaire Christoph und Fabian haben mir alles gezeigt und ich war beeindruckt von der Groesse des Projektes: bei uns hier in Abidjan beherbergen wir 20 Kinder; dort gibt es 60. Zusaetzlich gibt es ein zweites Foyer wo nochmals 20 bis 30 Kinder aufgenommen werden. Also, eine enorme Organisation und viel Verantwortung fuer die dortigen Salesianer, Erzieher und Volontaire. Den Tagesablauf und das Programm haben mich natuerlich besonders interessiert, um auch Anregungen fuer die Arbeit hier zu bekommen.
 
Das Strassenkinderzentrum in Porto Novo und eine "Auffangbaracke" fuer diese Kinder auf dem Markt
Nach drei Tagen ging auf der Laderampe eines Pick-Up's zurueck nach Cotonou, wo ich mit einem abenteuerlichen Motoradtaxi (sogenannte Zémidjans, von denen es in Cotonou geschaetzte 10000 gibt) in ein Armenviertel im Norden der Stadt weitergefahren bin, um dort bei den Salesianern zu uebernachten, die hier eine grosse Berufsschule fuehren. Am naechsten Morgen ging es frueh mit einem Ueberlandbus gen Norden. So konnte ich einiges von der Landschaft, und besonders den Uebergang des Klimas und der Vegetation, mitbekommen. Der Bus war zum Glueck klimatisiert, doch gegen die Schlagloecher konnte auch die beste Federung nichts ausrichten. Nach 12 Stunden Fahrt kam ich endlich in Kandi, meinem eigentlichen Reiseziel an. Pater Bernard, ein togolesischer Salesianer, der dort in den abgelegenen Doerfern arbeitet, hatte mich eingeladen und in mir ueberhaupt die Idee geweckt nach Benin zu kommen. Als erstes wurde ich von der Hitze erschlagen: selbst der Fahrtwind auf dem Zémidjan zur salesianischen Pfarrgemeinde konnte bei fast 40°C nicht kuehlen. Zum herzlichen Empfang bekam ich eine der Lokalspezialitaeten: eine Mango, wie ich sie vorher noch nie gegessen habe!! Ein allzusuesser Traum!! Sie zeigten mir ihr kleines Internat, in dem Jungen aus den umliegenden Doerfern wohnen, deren Schulweg zu weit ist in die Stadt.
Am naechsten Tag begleitete ich einen der Patres zu einem abgelegenen Krankenhaus der Caritas und im Anschluss in ein kleines Dorf in der absoluten Wildnis, wo es ausser Straeuchern, Baobabbaeumen und Lehmhuetten nichts gab - also fernab von Elektrizitaet und fliessendem Wasser (wobei selbst in der Provinzhauptstadt Kandi Internet nur per Satellitenschuessel funktioniert). Die Sandpiste dorthin war schon ein einziges Schlaglochabenteuer. Mit einer Lokalsprache-Uebersetzerin wurde mit der Chefin der Dorffrauen ueber eine Gesundheits,- und Hygiene-Schulung der Frauen gesprochen, die dort stattfinden soll. In diesen 1,5 Std. konnte ich nur staunend dieses Dorfleben beobachten; eine komplett andere Kultur Afrikas als ich sie bisher in den "entwckelten" Staedten erlebe. Wir sahen uns auch die Baustelle einer neuen Kapelle an, die die Bauern dort errichten.

Die Dorfkinder

Rinderherde in der Savanne
Nachmittags ist P. Bernard mit mir in ein Naturreservat in der Naehe gefahren, an eine Stelle wo die Elefantenherden sich in der Nachmittagshitze eine Dusche goennen. Es hatte aber in der Nacht geregnet, so dass die Elefanten den Weg zu dem kleinen See nicht inkauf nehmen mussten weil es anscheinend genug Pfuetzen im Wald gab. Wenigstens sind wir in der Naehe auf ein Elefantenskelett gestossen von dem man uns hinterher sagte, dass es dort vor einigen Jahren einen Zusammenstoss mit einem LKW gegeben habe. An der besagten Wasserstelle konnten wir merkwuerdige Tiere beobachten, die irgendwie ein Zwischending von Wildschwein und winzigem Nashorn waren.

Die traumhafte Landschaft im Norden Benins
In den restlichen Tagen habe ich die Ruhe der Savanne genossen, Fahrradtouren gemacht und die ausserhalb gelegene Farm der Salesianer besucht. Sonntag wurde ich sogar von einer Jugendgruppe zu einem lustigen Fest eingeladen. Mit etwas Abschiedsschmerz musste ich mich schliesslich auf den Rueckweg nach Cotonou machen. Bei einem Zwischenstop in Parakou konnte ich mir sogar im Blitzbesuch das Salesianerprojekt dort ansehen. Jetzt kenne ich also alle 4 Projekte in Benin. In Cotonou bin ich noch einen Tag lang geblieben und ich habe mir auf dem grossen Markt einen traditionellen Anzug gekauft - sehr schick! Auf dem Rueckflug haben mich alle begeistert drauf angesprochen :-) 
Alles was ich in der einen Woche von Benin, seinen Bewohnern und der Landschaft mitbekommen konnte war wirklich ein tolles Erlebnis!!
Ich hatte aber auch Heimatgefuehle, als ich wieder nach hier zurueck gekommen bin.


Am Dorfbrunnen treffen sich alle
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