Overblog Alle Blogs Top-Blogs Lifestyle
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.

Werbung

Frohe Ostern...wenn auch ohne Eier

Das war ein Ostern der ganz besonderen Art!!!
Alles bagann mit der Vorbereitung mit den Kindern in der Karwoche, wir haben die Passionsgeschichte als Film geguckt und gemalt. Glanzstueck unserer Kreativitaet war die"Osterkrippe" die die Kinder aus Holz, Sand und Steinen gebaut haben..


unsere Osterkrippe: Links Golgota und rechts das leere Grab
Ich habe mit ihnen schmetternde Lieder fuer Ostern geuebt, teilweise mit selbstkreierten Texten; die afrikanischen Rhythmen kamen ihnen ganz von alleine in den Sinn.
Das Brauchtum der Ostereier, oder gar des Osterhasens, gibt es hier nicht. Deswegen haben mich alle fuer bekloppt gehalten, als ich in der Kueche Eier ausgepustet habe. Begeistert wurden die Schalen dann aber bemalt und jetzt haengen die, wahrscheinlich einzigen Ostereier von Koumassi, in unserem Speiseraum.


ihre ersten Ostereier sehen doch gut aus!
Karfreitag gab es einen grossen Kreuzweg quer durch den Stadtteil, bei dem die Theatergruppe der Gemeinde die Passionsgeschichte nachspielte an einzelnen Stationen. In der Mittagshitze schlaengelte sich also eine unendliche Menschenmasse bei diesem Kreuzweg durch die Strassen in die Kirche. Das ganze erinnerte sehr an Mel Gibson und Oberammergau.
Samstagabend gab es ein grosses Osterfestessen mit den Kindern, fuer das ich Kuchen in Lamm und Hasenform gebacken hatte - wir habens uns gut schmecken lassen.


ein guter Nachtisch
Im Anschluss ging es in die Osternachtsmesse. Und die war ueberwaeltigend bombastisch!! Die Menschen standen bis auf die Strasse und es wurde getanzt und gesungen, so dass die Messe bis um 2:00 Uhr in der Nacht dauerte. Die anschliessende Fete war um so ausgelassener. Mit zwei der Erzieher bin ich dann noch bis in die Morgenstunden feiern gegangen in den zahlreichen Strassenkneipen hier. Am Ostersonntag war ich zur Taufe eines Jugendlichen eingeladen, die in einem der Armenviertel stattfand. Weil die Familie nur in einem kleinen Raum wohnt stand, wie das bei allen grossen Festen hier ist, stand extra ein grosses Zelt vor dem Haus. Leider wurde die Feier von zwei fremden gewalttaetigen Maennern attakiert: sie schmissen die Tische und Musikanlage um und fingen an die Gaeste zu schlagen. Alle Leute des Stadtviertels stroemten zusammen und eine Massenschlaegerei war im Gange. Als dann die Macheten hervorgeholt wurde, hat man den Pater und mich in einen Hinterhof gezogen, wo wir alle Haende voll zu tun hatten die hysterisch schreienden Maedchen und Frauen, aber auch Kinder, zu beruhigen bis zum Eintreffen der Polizei. Schockiert , aber noch mit Feierlaune wurde weitergefeiert.
Als es dann aber ein gutes Essen gab waren die Schrecken soweit vergessen, dass kraeftig getanzt wurde. Auch ich musste afrikanisch mittanzen :-)

Stimmung im Zelt, es wird trotz allem kraeftig getanzt!
Also es war ein wildes, aufregendes und erlebnisreiches Ostern hier an der Elfenbeinkueste fuer mich!!!


zum Schluss eine Impression vom Palmsonntag
Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post