Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.
Freitag bis Sonntag habe ich meinen ersten grossen Ausflug aufs Land gemacht: in die Lokalmetropole Bongouanou. In diesem Kleinstaedtchen 150 km von Abidjan entfernt arbeiten die beiden deutschen Volontaire Alina und Kalle die dort AIDS-Praevention in Schulen und den umliegenden Doerfen betreiben. Der Beginn des Abenteuers war es im Gewuehl des Abidjaner Busbahnhofes den richtigen Gbaka (Kleinbusse mit maximaler Personenanzahl, die mit Huehnern auch noch aufgestockt wird) zu finden. Die Holperfahrt dauerte ca 3 Stunden und ich konnte zum ersten Mal die Landschaft noerdlich Abidjans sehen: Urwald und Plantagen aller Art. Und schliesslich bekam ich endlich Doerfer mit ihren Lehmhuetten und den roten Sandstrassen zu sehen - Afrika wie man es sich vorstellt. Endlich angekommen, zeigten mir Alina und Kalle ihr Buero bei der "Kreisverwaltung", das einen schoenen Blick auf einen der beiden Seen Bongouanous hat. Geschlafen habe ich bei Alinas Gastvater, der im Ort "der Italiener" genannt wird, weil er einige Zeit in Italien gearbeitet hat. Ja, die Welt ist klein: in Rom hat er den Garten der Salesianer gepflegt. Samstags ging es auf den Markt und wir haben alles fuer eine Pizza gekauft (nur Kaese gab es nicht), die wir uns bei Kalles Gastfamilie gebacken haben. Die beiden zeigten mir ein bisschen das Staedtchen, das mit seinen 15 000 Einwohner in einem schoen Tal inmitten des Urwaldes liegt. Das Leben hier ist mit dem in Abidjan nicht zu vergleichen, was ich schon am Wasserausfall zu spueren bekam. Alina und Kalle sind hier die einzigen Weissen und dementsprechend bekannt. Schon auf dem Hinweg sprach mich der Fahrer auf die beiden an und ich glaube, dass ich als weiterer Weisser bestimmt fuer Verwirrung gesorgt habe. Den Samstagabend verbrachten wir auf der "Partymeile" Bongouanous und schwangen das Tanzbein wie alle anderen jungen Leute des Ortes. Sonntag machte ich mich nach einem ruhigen Vormittag auf den Rueckweg, bei dem der Gbaka bei einem heftigen Regen ordentlich zu kaempfen hatte gegen die Steigungen. Blick ueber den Ort Besonders geniessen konnte ich die Ruhe und saubere Luft Bongouanous - vor allem weiss ich jetzt, dass die Côte d'Ivoire nicht nur aus Abidjan besteht und ein wirklich schoenes Hinterland hat! So wachsen dort Ananas und Mangos