Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.
Am 20. November war weltweit der Tag der Kinderrechte. Besonders fuer benachteiligte Kinder wie unsere Jungen, die ein Leben auf der Strasse dem in der Familie vorgezogen haben, ist das ein wichtiger Anlass.
Drei Tage lang haben wir uns in unterschiedlichsten Aktivitaeten mit den Kinderrechten beschaeftigt. Zu erst wurde das Grundsaetzliche erklaert, was Kinderrechte sind und warum es sie gibt. Die Kinder haben Plakate erstellt zu den einzelnen Artikeln und Beispiel-Geschichten gemalt und aufgeschrieben. Inspiration dazu hat fuer viele die persoenliche schicksalsreiche Vergangenheit geliefert, was einige in sehr bewegenden Kurzgedichten zum Ausdruck gebracht haben.
Dass die Kinderrechte immer noch im grossen Stil hier in Côte d' Iviore missachtet werden, wird vor allem von Unicef beklagt. Unicef engagiert sich hier vor allem fuer die Schulbildung und den Schutz von Kindern vor gewalttaetiger- und sexueller Misshandlung.
Am 20. November fand im Stadtteil Abobo eine Veranstaltung von verschiedenen Kinder- und Jugendkommisionen und dem ivorischen Kommitee fuer die Kinderrechte statt. Mit unseren Kindern waren wir dazu eingeladen. Das Programm war aber leider fuer die Kinder weniger interessant und sie mussten sich eher widerwillig die Reden anhoeren. Zwischendurch wurde aber auch getanzt und gesungen, so dass die Kinder fuer die Medien scheinbar lebhafte Bilder liefern konnten....
Abends haben unsere Kinder im Foyer Sketche, die Situationen von Missachtungen der Kinderrechte gezeigt haben, aufgefuehrt und wir haben unserem Pater einen Tanz praesentiert, den ich mit ihnen im Musikunterricht einstudiert habe. Jetzt kennen sich die Kinder bestens mit ihren Rechten aus - das laesst hoffen, dass sie davon in Zukunft, bei all der Ungerechtigkeit die sie noch erleben werden, profitieren koennen.
Alltaegliche Schauergeschichten fuellen hier naemlich nach wie vor noch die Zeitungen: Vorgestern erst sind im Nachbarstadtteil Marcory vier kleinkriminelle Jugendliche von der Polizei auf offener Strasse erschlagen worden. Aber dass die Ordnungshueter hier nicht ganz sauber sind habe ich (uebrigens auch in Marcory) ja bereits am eigenen Leib erfahren muessen.
Ueberhaupt war die Organisation der Veranstaltung sehr afrikanisch: es sollte um 8:00 losgehen und als wir ein paar Minuten spaeter ankamen war noch nichts vorbereitet. Unsere Kinder haben geholfen Stuehle aufzustellen und ich habe Plakate aufgehangen - um viertel nach 10 ging es dann endlich los.