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Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.

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was gibt es denn da eigentlich zu essen?

...diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Deswegen erzaehle ich heute mal ueber ein wichtiges Kapitel des Tagesablaufes: das Essen.
Zu erst einmal muss ich sagen, dass ich (in meinen mittlerweile ja 20 Jahren!) nie so gut gegessen habe, wie hier! Das Essen der kinder ist relativ einfach, aber dadurch besonders lecker:
Morgens zum Fruehstueck wird um viertel nach 6 ein Topf mit  Wasser aufgesetzt, in das Milchpulver, Kakao und Kandiszucker geruehrt wird. Das wird dann mit einem Stueck Baguette serviert, das alle in den (wie die Kinder es nennen) Café "gezoppt" (das ist uebrigens meine Lieblingsfruehstuecksvariante). Weil ein Stueck Baguette fuer einen Volontair aber nicht fuer den Vormittag reicht, gehe ich im Anschluss bei den Patres nochmal einen kleinen Happen essen (da gibt es dann auch Nutella, Marmelade oder Wurst). Um halb 9 beginnt dann die Koechin mit der Zubereitung des Mittag- und Abendessens.
Mittags und Abends gibt es entweder Reis oder Acheter (das wird aus gemalenem Maniok gemacht und ist wie ein bisschen Hirse), mit einem Stueckchen fisch oder Fleisch. Dazu eine fettige Sosse (Kalorienbombe fuer die duennen Kinder), die oft relativ scharf gewuerzt ist. Nudeln gab es in den letzten 5 Wochen nur ein Mal und hin- und wieder gibt es auch Yams (grosses kartoffelartiges Gemuese).  Gegessen wird dann mit einem Loeffel oder mit den Fingern. Das Essen der Kinder ist mit Absicht sehr einfach gehalten, um sie nicht an einen zu hohen Standart zu gewoehnen, wenn sie wieder in ihre Familien gehen koennen. Ich halte mich bisher noch vornehm zurueck bei dem Fleisch und dem Fisch, da die Zubereitung in der prallen Sonne bei all den Fliegen und sonstigem Getier fuer meinen deutschen Bauch vieleicht noch nicht so optimal ist. In der naechsten Zeit werde ich mich aber dann trauen.

Hier werden die Erbsen nach Steinchen durchkaemmt
Sehr ausgepraegt ist bei den Kindern ein staendiger Hungerneid, so dass die gerechte Aufteilung der Portionen in der Kueche immer eine Viertelstunde dauert und von einem der Betreuer beaufsichtig werden muss, damit nicht gemogelt wird. Andererseits sind die Kinder auch gerne dazu bereit, mit jemandem, der grossen Hunger hat zu teilen. Es darf eben nicht von vornherein jemand zu wenig bekommen.
Mittags esse ich immer bei den Patres, dort sind die Mahlzeiten etwas aufwaendiger. Es gibt eine leichte Vorspeise und danach einen kraeftiges Hauptgericht. Zum Nachtisch kann man eine Papaya essen, die wirklich ein koestliches Erlebnis ist! Bei dem Lebensstil der Salesianer haben sie sich meiner Meinung nach aber ein gutes Essen auch verdient.
Nach dem Essen spuelen die Kinder eifrig die Teller, Becher und Loeffel und demjenigen, der Spueldienst hat, wird freundlicherweise von den anderen unter die Arme gegriffen - manchmal zumindest.
Mein persoenlicher Favourit des ivorischen Essens sind gebratene/frittierte Bananen, die kann man auf der Strasse ueberall kaufen.

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J
kannst uns allen dann ja mal so ne papaya mitbringen... :-D
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C
Wird dir da gerade eine Banane angeboten, oder ist das eine Drohgebärde??
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G
also - noch nie so gut gegessen in den letzten 20 Jahren - diesen Satz muss ich irgendwie wegmogel, bevor Annegret ihn liest. Trotzdem, weiterhin guten Hunger.
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