Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.
Gestern habe ich endgueltig das Teenee-Alter hinter mir gelassen und ich kann mich jetzt auf ein neues Jahrzehnt freuen. In den letzten Tagen war ich schon sehr gespannt, wie dieser Tag hier in Abidjan wohl verlaufen wuerde... Um den Salesianern einen "Wink mit dem Zaunpfahl" zu geben, habe ich am Sonntag im Vorhinein angekuendigt, Eis fuer die Kinder zu kaufen. Frère Wilfried, der Leiter des Foyer Magones, freute sich ueber diese Info und fragte mich in einem Nebensatz, ob ich denn dann ein Geburtstagsprogramm fuer den Nachmittag schon geplant haette? Also habe mir mein Woerterbuch geschnappt und in meiner Spielekiste gesucht, um einen bunten Nachmittag zu organisieren; quasi als Geschenk fuer die Kinder. Dann kam der grosse Tag, in den ich alleine auf der Dachterrasse mit Blick ueber Abidjan "reingefeiert" habe (so konnte ich die letzten 20 Jahre einmal in Ruhe Revue passieren lassen). Morgens begann der Tag wie jeder andere auch mit Kinder wecken, Fruehstueck machen und Matheunterricht. Die Kinder glucksten alle herum und hier und da hoerte ich sie etwas singen, das nach Happy Birthday klang. Dennoch liess sich niemand etwas anmerken. Vor dem Mittagessen fuhr ich dann mit dem Fahrrad zum einzigen Eiscafé das es hier in der Umgebung gibt und holte 25 Portionen Eis und die dazugehoerigen Waffeln. Das Eis schlug bei den Kindern ein wie eine Bombe :) Sie konnten sich nicht mehr zurueckhalten und gratulierten mir alle: ich musste endlos Kuesschen und Umarmungen entgegen nehmen. Nachmittags machte ich dann ein buntes Spieleprogramm fuer die Kinder und es gab Sirup und Kekse, so etwas gibt es hier sonst nie! Abends wurde ich hier im Provinzhaus der Salesianer lautstark empfangen (weil hier von denen gerade irgendeine Konferenz stattfindet, sind 12 Leute im Haus) und ich bekam eine Sonnenkappe geschenkt, die einer aus Jerusalem mitgebracht hatte. Nach dem Abendessen mit den Kindern bekam ich dann feierlich eine putzige Geburtstagskarte, auf der sie sogar ein paar deutsche Worte untergebracht hatten, und einen afrikanischen Stoff geschenkt, aus dem ich mir ein Hemd schneidern lassen soll. Im Anschluss sangen sie "Zuuum Geburtstagg viel Gluegg - Happy Birthday - Bonne Anniversaire" auf deutsch, englisch und franzoesisch. Ich muss sagen, ich war wirklich geruehrt! Ich habe dann die ausgelassene Stimmung genutzt, meine Posaune das erste Mal aus meinem Schrank zu holen! Die dadurch ausgeloeste Tanzparade der Kinder (und Frère Wilfried!!!) war ein echter Hammer! So habe ich diese Kinder bisher noch nicht erlebt, das ist besser als Koelner Karneval (dementsprechend habe ich auch Karnevalslieder gespielt). So ist dieser Geburtstag, der erst wie ein routinierter Alltag begann, zu einem ganz ausserordentlichen Tag geworden, an dem ich gut in die 20 gekommen bin!