Overblog Alle Blogs Top-Blogs Lifestyle
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.

Werbung

...dass Mathe Spass machen kann...

Hallo nach Deutschland,

Jetzt ist es schon laenger als zwei Wochen her, dass ich hier angekommen bin. Mannomann, die Zeit verging wirklich wie im Fluge. Mittlerweile sind hier auch die Ferien vorbei und sechs der Jungen gehen wieder zur Schule. Die restlichen fuenfzehn bekommen von uns Educateurs Unterricht. Da die meisten Kinder ohne schulische Bildung ins DonBosco-Foyer Magone kommen, muss teilweise 9-11 Jaehrigen das Lesen und Schreiben neu beigebracht warden. In der Alphabetisation gibt es drei Niveaus, je nach Kenntnisstand des Kindes. Ich unterrichte die Jungen von Niveau drei seit Anfang der Woche in Mathe und Englisch (Musik soll auch noch dazu kommen). Meine fuenf Schueler sind zwischen 14 und 16 und in Mathe behandeln wir jetzt die Multiplikation und Division von Bruechen – bald soll das Dreisatzrechnen dazukommen. Im Englischen muss ich bei ihnen bei null anfangen und Standartsaetze wie: “How are you?” einueben. Um ein Gefuehl fuer die Aussprache zu bekommen, singe ich mit ihnen am Anfang der Englischstunde englische Lieder. Die Jungen sind sehr motiviert, weil sie verstanden haben, dass Bildung fuer sie der einzige Weg aus ihrer Armut ist! Ich hoffe mal, dass diese Motivation in den naechsten Wochen bestehen bleibt; so macht der Unterricht naemlich ihnen und vor allem mir Spass. Wer haette das gedacht, dass ich in meinem absoluten Hassschulfach Mathe mal so begeistert aufgehen wuerde… Dem aeltesten Enfin du Foyer Magone gebe ich zwischendurch auch deutsch-Lektionen. Da hat er groesste Freude dran und zusammen lachen wir ueber die fuer ihn schwierige Aussprache z.B. von “Rasenmaeher”, “Hausschuh” oder “Buecherregal”.
Donald, mein Deutschschueler

Am letztem Wochenende bin ich auch in ein anderes Zimmer gezogen: jetzt schlafe ich auf der gleichen Etage mit den Kindern und bin somit derjenige, der sie Abends ins Bett bringt und Morgens um 5:45 Uhr weckt. Der grosse Nachteil von dem neuen Zimmer ist, dass mein Bett etwas zu kurz und durchgelegen ist, das Bad staendig nach “feucht” mueffelt und durch die winzigen Fensterspalte kaum Frischluft in den Raum kommt (das gilt dummerweise nicht fuer Moskitos und Kakalaken der extragrossen Sorte); zum Gluck habe ich jetzt aber endlich mal fliessendes Wasser im Badezimmer, auch wenn es nur zum Duscheimer-befuellen reicht.

Mein Tagesablauf ist voll durchstrukuriert durch das Programm fuer die Kinder und eigene Freizeit bleibt da ausser einer zweistuendigen Mittagspause nicht uebrig. Das fruehe Aufstehen ist uebrigens gar nicht so schlimm wie ich vermutet habe, um 6:00 Uhr geht naemlich resend schnell die Sonne auf und es ist endlich mal still in Koumassi, da noch keine Autos unterwegs sind. Deswegen geniesse ich die Minuten des Sonneaufgangs vor der Tuer, waehrend sich die Kinder waschen gehen. Vormittags ist dann  Alphabetisation (mein Kurs findet uebrigens auf dem Dach statt, von wo aus man einen tollen Blick ueber den Stadtteil hat) und nach der Siesta gibt es Angebote wie Bibliothek, Sport, Musik, Informatik etc. Abends koennen die Kinder sich dann vor dem TV vergnuegen oder ihre Hausaufgaben machen. Um 22:00 Uhr fallen wir dann alle totmuede ins Bett.

Obwohl der Tagesablauf immer ziemlich ahenlich ist, wird es mir nie langweilig, dafuer sorgen die Kinder sehr gut :-)

 

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post