Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.
Diese Woche ist schulfrei – die franzoesischen Fruehlingsferien. Um die Kinder bei Laune zu halten mussten wir uns natuerlich ein Ferienprogramm fuer die Vormittage ueberlegen. Diese aussergewoehnliche Woche begann fuer mich uebrigens am Sonntag mit einer Hochzeit zwischen der russischen- und der amerikanischen Botschaft (die ein enormer Prunkpalast ist und mit Tennisplatz und Swimmingpools hinter hohen Gittern ein krasser Gegensatz zur nur 200m entfernten Armut ist). Aber das ist eine andere Geschichte.
Montagmorgen gab es in unserem Village Don Bosco mit unseren Kindern ein Basketballturnier; und das trotz ihrer Abneigung gegenueber aller Sportarten die nicht Fussball heissen. Dienstag und Mittwoch standen unter dem Thema “Umwelt”. In einem Land, wo man sich zwar zu erstmal mit noch existenzielleren Problemen beschaeftigen muss, ist es trotzdem wichtig, mit Kindern einmal ueber die schlimmen Zustaende hier von Muellentsorgung, Abwasser und Schadstoffausstoss zu sprechen. Die drei wichtigsten Bereiche Wasser, Luft und Vegetation standen dabei im Zentrum. Zur Demonstration wie wichtig z.B. sauberes Wasser ist, habe ich mit den Kindern ein Glas mit Leitungswasser und ein Glas mit schwarz-braeunlichem Brackwasser der Lagune verglichen. Die Kinder malten Bilder zu einem umweltfreundlichen Verhalten und auch Negativbeispiele wurden zu Papier gebracht. Grosse Plakate wurden schliesslich mit starken Messages beschriftet: “Die Strasse ist kein Muelleimer”, ” werft euren Abfall nicht in unsere Lagune” etc.
Als Hoehepunkt wurden diese Plakate dann in unserem Viertel und an der Lagune aufgehangen. Die Reaktion der Leute darauf, dass Kinder sich fuer eine saubere Umgebung einsetzen, war sehr positiv. Ob die Aktion direkten Nutzen bringt ist fraglich – doch immerhin haben die Kinder mal das Problem ihres grenzenlos verdreckten Lebensraums nachgedacht.

"Die Schule ist kein Muelleimer" haengt jetzt am Schultor
Heute ist Weiberfastnacht und hier ist nichts davon zu spueren – auch wenn bei der Lebensfreude der Menschen und ihrer bunten Kleider staendig Karneval zu sein scheint. Um aber ein bisschen was koelsches einzufuehren, bringe ich den Kindern im Musikunterricht heute Nachmittag das “Humba täterä” beiund ich werde mir natuerlich eine Pappnase aufsetzen.
Also dann: Fasteloovend zesamme und Abidjan Alaaf!!!