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Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.

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malarische Vorweihnachtszeit

In der letzten Woche ist es nach dreieinhalb Monaten Afrika passiert: Ich habe Malaria bekommen  - wie man hier sagt "die Taufe Afrikas".

Alles begann damit, dass ich am Donnerstag mit schmerzenden Beinen und Kopfschmerzen aufgestanden bin. Als dann nachmittags Schwindel und Fieber dazukamen, stand fest, es ist die Tropenkrankheit Malaria. Malaria wird durch Moskitos uebertragen, die die Parasiten in die Blutbahn bringen; die Folge ist starkes Fieber. Sofort habe ich meine Prophylaxetabletten in vierfacher (vorgeschriebener) Dosierung zur Behandlung genommen. Dazu habe ich ein fiebersenkendes Mittel bekommen. Da ich aber mit der Behandlung schon so frueh angfangen habe, konnte es mich nicht ganz so schlimm treffen, wie es normalerweise im Verlauf des Krankheitsausbruches ist. Also lag ich fuer vier Tage flach und habe um absolute Ruhe zu haben von den Patres ein schoenes, ruhiges Zimmer bekommen. Das koste ich jetzt, wo es schon wieder besser geht, natuerlich noch aus. Dass das unbedingt jetzt so knapp vor Weihnachten passiert ist hat mich natuerlich sehr geaergert, vor allem weil ich jetzt natuerlich bei den Kindern die Vorbereitungen des Weihnachtsfestes miterleben wollte.


wir haben schon fleissig gebastelt

Seit 3 Wochen hatte ich bereits mit den Kindern Weihnachtslieder geuebt. Zunaechst musste ich mich dafuer von einem der anderen Erzieher (Michel) bzgl des hiesigen Weihnachtsliedgutes beraten lassen – schliesslich ist das ein voelliges Neuland fuer mich. Er hat sie mir vorgesungen und ich habe auf einem klapprigen Keyboard die Begleitung gespielt. Also konnte es losgehen mit dem Einueben zusammen mit den Kindern; auch Stille Nacht auf frz.

Vor einer Woche haben wir begonen die Dekoration fuer das kommende Fest zu basteln: Sterne in allen Farben, Tannenbaeume (die es hier in Realitaet ja gar nicht gibt), Girlanden und den Schriftzug “joyeux Noël”.

Die Weihnachtssymbole, die in Europa so schoen zur kalten, dunklen Jahreszeit passen, sind hier alle fremdeingefuehrt worden und wirken irgendwie aufgrdrueckt-unecht. Aber fuer die Leute gehoert es nunmal zu Weihnachten dazu, sie kennen es ja auch nicht anders aus den europaeischen/amerikanischen Medien. In den Strassen sieht man vereinzelt Dekorationen, aber kaum jemand hier hat Geld uebrig fuer Lichterketten o. aehnliches. Lediglich auf der Bruecke in die Innenstadt habe ich Leuchtweihnachtsbaeume gesehen, die an die Laternenpfaehle gebunden sind.

Fuer die 50 % muslimische Einwohner der Côte d’Ivoire ist Weihnachten trotz christlichem Hintergrund uebrigens ebenfalls ein grosses Fest, das Fest der Kinder und der Familie.

 

Heute Vormittag bin ich aber aufgestanden und fuer eine Stunde zu den Kindern ins Foyer Magone gegangen. Die anderen Erzieher hatten mit ihnen schon mit dem kraeftigen Schmuecken begonnen, es wurde Ananassaft gepresst und die Krippe aufgebaut. Bei dem allen konnte ich aber leider nur zuschauen…


Das sieht doch schon lecker aus!!

Waehrend der Ruhetage habe ich viel gelesen und natuerlich fuer ein paar Weihnachtsgeschenke gesorgt: fuer die Patres und die anderen Betreuer habe ich Weihnachtskarten gebastelt mit den besten Wuenschen fuer Noël und das neue Jahr auf Franzoesisch, Englisch und Deutsch.

Morgen bekomme ich endlich die beiden Hemden, die ich mir fuer Weihnachten habe schneidern lassen (fuer umgerechnet 3 EUR). Die sind aus tollen bunten afrikanischen Stoffen – eben so wie die Leute sich alle hier festlich kleiden.

Den morgigen Vormittag werde ich nochmal ruhig angehen, um genug Kraft fuer die Feierlichkeiten zu sammeln. Nachmittags findet noch das normale Freizeitprogramm statt. Abends gibt es dann erst einige Spiele und um 19:00 ein grosses Festessen (mit gebratenen Banaen, mehr hat die Koechin nicht verraten….) Um 21:00 gehen wir ins Pfarrgemeindezentrum, wo eine Theatergruppe ein grosses Krippenspiel inszeniert. Im Anschluss kommen wir zurueck ins Foyer Magone, es wird gesungen, Popcorn gegessen (statt Plaetzchen) einzelne fuehren einen Sketch auf, es wird getanzt und ich werde bestimmt meine Posaune spielen.

Am 25. Dezember (hier dem eigentlichen Weihnachtstag Noël) gehen wir morgens in die grosse Festmesse und im Anschluss gibt es in der Gemeinde fuer alle Kinder ein buntes Spieleprogramm (und sogar ein  Geschenk).

Ich bin sehr gespant wie Weihnachten in der kurzen Hose hier wird!!

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