Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.
Der zweite Adventssonntag war wiedermal ein sehr spannender Tag :
Mittags bin ich mit einem Taxi quer durch die Stadt gefahren, um in Youpugon Magdalena, eine deutsche Volontairin zu treffen. Sie arbeitet dort in einem staatlichen Waisenhaus und ist seit letzter Woche hier in Côte d’ Ivoire. Sie ist genau wie ich von allen neuen Eindruecken, dem Klima und dem Leben hier ebenso erschlagen, wie ich es in der ersten Zeit war. Nach meinen drei Monaten hier konnte ich sie aber beruhigen, dass man sich hier schnell gut einleben kann. Mit ihrem Projektverantwortlichen, bei dem sie auch wohnt fuer die naechsten 6 Monate, sind wir nachmittags dann zu einer Hochzeit gegangen. In einem grossen Saal in einem Hotel waren Tische fuer eine grosse Gaesteschaar gedeckt, eine Stunde lang haben wir aber mit nur wenigen anderen auf den traditionellen zweiten Teil des Festaktes gewartet. Der erste Teil der Hochzeit mit anschliessendem Tanz hatte schon am Samstag stattgefunden. Schliesslich fuellte sich der Saal und das Brautpaar schritt in traditionellen weissen Gewaendern und mit weisser Hautbemalung mit bombastischer Musik auf ihren Platz auf einer kleinen Tribuehne.

Rechts und links sassen bereits die engsten Familienangehoerigen. Dann wurde die Vorspeise, ein leckerer Salat mit Fischcrèmes, eingenommen und danach verliessen Braut und Braeutigam wieder den Saal, um sich fuer den Hauptgang umzuziehen. Nun kamen sie in gelben Umhaengen (s.o.) wieder wuerdevoll hereingeschritten und nahmen ihren Platz ein. Nach dem Essen wurde getanzt und es herschte eine afrikanisch-ausgelassene Stimmung.

Magdalena und ich konnten ueber diese Zeremonie des Hochzeitsessens nur staunen und wir machten einfrig Fotos.
Die Kosten einer solchen Feier sind fuer die Familien imens aber so wenig man eben auch hat: die Hochzeit ist hier eben das Allergroesste was man sich denken kann.

Magdalena, das Brautpaar und ich