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Seit September 2008 mache ich einen internationalen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Abidjan, Elfenbeinkueste. Hier arbeite ich fuer ein Jahr im Foyer Magone, einem Zentrum fuer Strassenkinder.

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die neue Woche beginnt

Seit drei Tagen bin ich jetzt schon hier in Abidjan aber imernoch erscheint mir hier alles sehr unreal und gerade dadurch so faszinierend. So langsam kann ich mir die Namen und Gesichter, die auf den ersten Blick so aehnlich aussehen, der Kinder einpraegen. Sie haben sich mittlerweile beruhigt meine blonden Haare und hellen Zehen zu betasten. Leider kann ich ihnen wenn sie mir etwas erklaeren noch immer nicht folgen - ich bin nur immer schon froh wenn ich eine ungefaehre Ahnung davon habe, worum es sich dreht. Heilfroh bin ich uebrigens immer, wenn sie eine Frage stellen und mit meinem einfachen oui oder non zufrieden sind. Wenn ich sie gar nicht verstehe, laechel ich freundlich und fuege ein d' accord oder trés bien hinten an :-)  Mit den Patres ist das ganz aehnlich: sie haben naemlich einen starken spanischen Akzent und rollen jedes R. Auch da nicke ich dann freundlich und hoffe, dass sie mich nicht fuer bloed verkaufen wenn ich auf ihre Fragen artig nicke  :-D Ich hoffe mal, dass ich mich da moeglichst schnell reinfinden kann. Soviel zur Kommunikation.

Fuer die Waschprozeduren habe ich mittlerweile eine ausgefeilte Eimer-Technik und auch gegen Moskitos habe ich mich in den letzten Tagen erfolgreich gewehrt.

Nachmittags sind die Jungs (jetzt in den Ferien sind einige bei ihren Familien, deswegen sind im Moment 18 hier) immer im Village Don Bosco, einem grossen Gelaende mit Sportplatz und einem ueberdachten Fussballfeld. Ins Village, zu dem man von hier aus ca 5 min. geht, kommen dann aber auch alle anderen Kinder aus der Umgebung. So verteilen sich dann ab 15 Uhr ca 100 Kinder und Jugendliche auf dem Gelaende. Fuss- und Basketball sind dann die Hauptbeschaeftigungen. Bei den Kleinen ist einer der Patres dann Schiedsrichter und sorgt dafuer dass keine Streitigkeiten entstehen. Es ist uebrigens klasse zu sehen wie gut die Kinder den Ball barfuss oder in Schlappen ueber den steinigen Betonplatz "jonglieren". Ueberhaupt ist es unglaublich wie fantasievoll und motiviert die Kinder, die alle aus sehr armen Verhaeltnissen stammen und deren Zukunft eher schlechtes als rechtes verspricht, sind!! Ein kleines Beispiel: Weil Ballspiele einfach nicht meins sind habe ich mit (v.a. den Kleineren) Kreisspiele wie Plumssack, die franzoesische Version von "Making Melodies", Schubkarren- und Huckepack-Staffellauf, grosse Laolawellen und Kettenfangen gespielt. Schnell kamen sie auf Ideen, wie man diese Spiele ausbauen kann und hatten Spass daran sie dann fuer sich weiter zu spielen. Zeitweise tummelten sich sogar soviel Kinder um mich herum, dass den Fussballmannschaften auf dem Spielfeld die Spieler ausgingen :-) Meine T-Shirts leiden dabei ganz besonders und vor lauter Anstrengung musste ich alle 20 min ein allgemeines Wasser-trinken verordnen.

Hier in der direkten Umgebung bin ich jetzt durch diese Aktionen schon bekannt wie ein blonder Hund ;-) und die Leute rufen mir Benoît (mein neuer ivorischer Name) oder Markus (mein deutscher Vorgaenger) hinterher.

Am Sonntag versammelten ich einige hundert Leute zur Messe mit einem der Patres in einer Kirche, die aus einem ueberdachten Platz besteht. Ein Chor mit Trommelbegleitung gab dann stimmungsvoll den Takt an und alle klatschten begeistert mit. Ueberhaupt hat Kirche hier einen groesseren festcharakter als in Deutschland: insbesondere die Frauen ziehen sich sehr farbenfroh an, die Leute sind gut gelaunt und nach dem Gottesdienst geht es zu wie auf dem Jahrmarkt.

Nachmittags hatte ich dann frei, weil die Kinder mit etwas Taschengeld den Sonntag ausserhalb des Don Bosco Foyers verbringen. David, ein sehr intelligenter Junge, dem in den Auseinandersetzungen vor ein paar Jahren das Bein zerschossen wurde, zeigte mir den slumartigen Teil von Koumassi, der bereits 300 m hinter unserem Haus beginnt. Ich fuehlte mich in eine andere Welt versetzt: das Abwasser aus den Blechverschlaegen sickert auf der Strasse vor sich hin, ueberall liegt Muell herum, in dem Kinder und Hunde spielen, es reicht nach Rauch, Fisch, Essensresten und Abwasser und hier und da dudeln alte Radios. Trotzdem wirkten die Menschen relativ froehlich, sie winkten mir zu und Kinder kamen angelufen, um einmal einem Weissen die Hand zu geben. Voller Eindruecke der negativen und positiven Art kehrte ich ins Provinzhaus der Salesianer zurueck und bin nach dem Essen mit dem Fahrrad an die Lagune gefahren. Der viele Staub und die Autoabgase nehmen einem aber schnell den Spass an einer Fahrradtour. Deswegen bin ich in eine Seitenstrasse eingebogen. Die wurde dann immer enger und schliesslich bin ich auf einem verwinkelten Markt, der wie ein Labyrint aufgebaut ist, stecken geblieben. Es war ein Abenteuer da wieder raus zu finden!!

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